Vom Kap bis zum Krüger - Teil 3: Kapstadt und City Bowl
Ein Reisebericht von Erwin Göstl:
Das „Dubliner“ ist ein altehrwürdiges Pub mit hohen Räumen in der Long Street, der Seelenachse der City Bowl – der Innenstadt von Kapstadt. Einige meiner Mitwanderer haben das Frühschoppen mit ein paar Tütchen Crisp Chips ergänzt. Und das, obwohl ich allen gesagt habe, dass sie die albernen Chips sein lassen sollen, weil es hier in der Gegend sehr viel bessere Leckereien zu kaufen gibt. Außerdem war es ohnehin an der Zeit, los zu marschieren, denn schließlich wollten wir heute noch etwas sehen. Die Long Street gehen wir ein paar hundert Meter weiter in Richtung Strand Street und dann in die Longmarket Street nach rechts hinunter bis zum Greenmarket Square.
In dem Gewirr der kleinen Gassen mit Verkaufsständen, Straßencafés, Eisdielen, Künstlern und Artisten treffen wir unter anderem auf den „Eiermann“ und noch andere skurrile Erscheinungen. An der Grand Parade, dem Großen Platz vor der City Hall, kaufe ich mir an einem der Verkaufsstände eine Tüte Samosas, ein typisch malaiisches Gebäck mit einer herzhaft gewürzten Füllung aus Hackfleisch. Genau dafür hatte ich mir nämlich im „Dubliner“ die Crisps verkniffen. Und jetzt geschieht genau das, was ich vor einer Dreiviertelstunde im „Dubliner“ vorausgeahnt hatte. Meine Mitwanderer, gesättigt von den Chips, haben alle längst keinen Hunger mehr. So ist es auch ganz logisch, dass es sich keinesfalls lohnen würde, für sich selbst ein Tütchen Samosas zu kaufen. Nur kosten wollen sie – nur einen – dafür aber jeder einen. Letztendlich bleibt mir selbst auch nur noch einer übrig... sei’s drum.

