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Kapstadt Special

Südafrika hat viele interessante Städte zu bieten. Eine davon ist die Metropole Kapstadt. Am südwestlichen Ende des Landes gelegen, ist Kapstadt nach Johannesburg und Durban die dritte größte Stadt des ehemaligen Kolonialstaates. Rund 3,4 Millionen Einwohner leben in Kapstadt. Davon sind etwa die Hälfte Farbige oder sogenannte Coloureds, die durch eine Vermischung aus Schwarzen und Weißen entstanden sind. Gut ein Drittel der Stadtbewohner sind Schwarze. Der Anteil an weißen Bürgern ist mit 20 Prozent relativ gering. Sie sind meist britischer oder niederländischer Herkunft, wobei auch deutsche Nachfahren in Kapstadt leben.

Wie der Name Kapstadt andeutet, liegt die Stadt am Meer. Genauer gesagt am Atlantischen Ozean. Nördlich der Metropole erhebt sich der markante Tafelberg, während sich südlich von Kapstadt die berüchtigte Tafelbucht erstreckt. Berüchtigt deshalb, weil das Meer vor Ort sehr unruhig ist und es häufig zu Stürmen und gefährlichem Wellengang kommt. Die Spitze der Tafelbucht wird auch „Kap der guten Hoffnung“ genannt. Früher stellte das Kap für die Schiffe auf dem Seeweg nach Indien eine außerordentliche Bedrohung dar. Die Felslandschaft der Halbinsel erstreckt sich weit ins Meer, sodass sich einige Felsspitzen nur knapp unter der Wasseroberfläche befinden. Eine weitere Gefahr sind die starken Winde, die ein Schiff schon mal Richtung Küste treiben konnten. Mehrere Wracks auf dem Meeresgrund vermitteln das Risiko der Seefahrt rund um den Kap.

Das Klima in Kapstadt ist durch die Atlantiknähe recht konstant. Durch die geographische Lage auf der Südhalbkugel herrschen in Kapstadt andere Jahreszeiten als in Deutschland. Während es bei uns zur Winterzeit vom Dezember bis Februar kalt und frostig ist, erreichen in Südafrika die Temperaturen Höchstwerte von 25 Grad. Anders sieht es dann im Juli und August aus. Dann ist es in Kapstadt zwar nicht bitter kalt, aber mit Temperaturen von 10 bis 17 Grad auch nicht besonders warm. Vor allen Dingen regnet es ziemlich viel.

Die Geschichte Kapstadts beginnt 1652 als der Niederländer Jan van Riebeeck in der Tafelbucht eine Versorgungsstation für vorbeifahrende Handelsschiffe errichtet, die auf ihrer Route entweder nach Europa oder nach Indien unterwegs waren. Die Bucht am heutigen Kap der Hoffnung erwies sich als optimal, um einen natürlichen Hafen anzulegen. 150 Jahre lang wuchs die Versorgungsstation unter niederländischer Herrschaft zu einer lebendigen Hafenstadt heran. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Kapstadt dann zur Britischen Kronkolonie. Durch die Entdeckung von Diamanten und Gold im Inneren des Landes veränderte sich Kapstadt und mit ihr auch ganz Südafrika. Die Rohstoffe im Landesinneren brachten Geld und Arbeiter an das Kap. Schließlich wurde Kapstadt zu der Großstadt, wie man sie heute kennt. Allerdings haben politische Probleme das Stadtbild stark geprägt. Kolonialisierung und anschließende Apartheid haben die Bevölkerung in Kapstadt geteilt. Auf der einen Seite gab es die wohlhabenden und einflussreichen Weißen, auf der anderen Seite die Farbigen und die Schwarzen. Diese Trennung ist bis heute nicht überwunden. In den sogenannten Townships, das sind spezielle Wohngebiete, die sich durch enorme Armut und hohe Kriminalität auszeichnen, wohnen auch heute noch viele Menschen der schwarzen Bevölkerungsschicht Kapstadts.

Wer als Tourist nach Kapstadt kommt, kann dort viele Verkehrsmöglichkeiten nutzen. Die An- und Abreise kann zum Beispiel über den Cape Town International Airport erfolgen. Er ist der zweitgrößte Flughafen Südafrikas. Neben Zielen in Europa gehören auch Flüge nach Asien und Amerika zu den wichtigsten Verbindungen. Darüber hinaus werden auch andere afrikanische Länder wie zum Beispiel Namibia oder Kenia angeflogen. Flüge zu weiteren südafrikanischen Städten gibt es selbstverständlich auch. Typische Billigfluglinien verkehren mehrmals die Woche zwischen Kapstadt und beispielsweise Johannesburg, Durban oder Port Elizabeth. Vom Flughafen aus erreicht man die Innenstadt mit speziellen Shuttlebussen. Mit dem PKW kann man die Nationalstraßen N1 und N2 nutzen. Kapstadt selbst ist durch die Metrorail ausgezeichnet vernetzt. Die innerstädtische Bahnverbindung fährt auch umliegende Vororte an und hat mit einer Gesamtstreckenlänge von 423 Kilometern 114 Haltepunkte. Wer die Stadt am Südwestkap lieber etwas privater erkunden möchte, kann einen Mietwagen ordern oder auf ein Taxi zurückgreifen. Kapstadt ist eine überaus autofreundliche Stadt und verfügt deshalb über ein gut ausgebautes Straßennetz. Für viele Touristen ist Kapstadt der Startpunkt einer längeren Südafrikareise. Von dort aus geht es weiter nach Johannesburg oder Durban. Neben dem Flugzeug werden auch die luxuriösen Eisenbahntouren mit dem „Blue Train“ oder „Rovos Rail“ genutzt. Zug fahren in Südafrika wird dadurch zu einer sehr komfortablen Angelegenheit. Mehr Infos zum Thema „Zug fahren in Südafrika“ finden Sie hier.

Kapstadt bietet Besuchern jede Menge interessante Sehenswürdigkeiten. Auf der einen Seite gibt es mit dem Tafelberg und der Küste eine reizvolle Landschaft zu entdecken und auf der anderen Seite besitzt die Stadt mit Museen und Townships viele kulturelle Ausflugsziele.

Das „Kap der guten Hoffnung“ ist wohl mit die bekannteste Sehenswürdigkeit rund um Kapstadt. Man erreicht es entweder mit dem Auto entlang einer malerischen Aussichtsstraße oder per Zug, der von Kapstadt nach Simon’s Town fährt. Am südwestlichsten Punkt Afrikas kann man einen Leuchtturm besichtigen. Ein Richtungsweiser zeigt an, dass Berlin etwa 9500 Kilometer entfernt liegt. Vom Leuchtturm aus gelangt man dann über einen Fußweg zum Diaz Point, dem Endpunkt des Kaps.

Als weiteres landschaftliches Highlight im Umland von Kapstadt gilt der populäre Tafelberg. Seine markante Silhouette kann man bereits von Kapstadt aus sehen. Ein dichter Wolkenfang ruht zumeist auf dem flachen Gipfel. Touristen können entweder zu Fuß auf das Plateau wandern oder aber mit einer Seilbahn hinauf fahren. Mit 1087 Metern ist Maclear’s Beacon übrigens der höchster Punkt des Tafelberges.

Auch an kulturellen Sehenswürdigkeiten mangelt es in und um Kapstadt nicht. Im Zentrum kann man sich viele historische Gebäude sowie interessante Museen anschauen. Bei Touristen ist auch das restaurierte Hafenviertel Victoria & Alfred Waterfront ein beliebtes Ausflugsziel. Der Name verweist auf die beiden bekannten Hafenbecken in der Tafelbucht. Neben Hotels, einer Brauerei und etlichen Restaurants kann man in der Victoria & Alfred Waterfront auch hervorragend einkaufen.

Wer sich für die lebendige Unterwasserwelt von Südafrika interessiert, der kann einen Abstecher ins Two Oceans Aquarium machen. Die zwei Ozeane im Namen spielen auf das Zusammentreffen des Atlantischen und Indischen Ozeans am Kap der Guten Hoffnung an. Demnach kann man auch Meerestiere aus beiden Ozeanen bewundern. Insgesamt verfügt das Aquarium über 30 Becken mit mehr als 300 Fischarten. Sogar Haie und Rochen gibt es zu sehen.

Das älteste Gebäude in Kapstadt ist das Castle of Good Hope. Gebaut wurde es in den Jahren 1666 bis 1679 in Form eines Pentagons und diente der niederländischen Kompanie als Festung. Weitere sehenswerte Bauten sind die City Hall und die St. Georges Cathedral. Auch die Nationalgalerie ist ein Touristenmagnet. Sie beheimatet eine Sammlung von über 6.500 Gemälden von überwiegend holländischen und flämischen Künstlern.

Viele Besucher der Küstenmetropole möchten gerne einen Ausflug in die Townships von Kapstadt unternehmen. In den Wohnsiedlungen lebt insbesondere die schwarze und ärmere Bevölkerung Südafrikas. Da es in manchen Townships zu kriminellen Übergriffen durch Straßenbanden kommt, wird von eigenständigen Reisen in diese Wohnviertel dringend abgeraten. Es gibt aber geführte Touren durch die gemäßigten Townships von Kapstadt. In der Regel beinhaltet das Programm auch ein traditionelles Mittagessen. Auf jeden Fall ist der Besuch dieser Stadtteile sehr lohnenswert, wenn man ein umfassendes Bild von Kapstadt und seinen Menschen erhalten möchte.

Natürlich war auch Kapstadt mit seinem Green Point Stadium ein Ausrichtungsort der WM 2010 in Südafrika. Neben einigen Gruppenspielen fand auch ein Achtel-, ein Viertel-, und ein Halbfinale im Green Point Stadium statt. Für die deutsche Nationalmannschaft ging es am 3. Juli im Viertelfinalkracher gegen Diego Maradona und seine Argentinier. Unvergesslich dürfte die 4:0 Galavorstellung der deutschen Elf gewesen sein, die nach dem Spiel schon manch Fußballfan als sicheren Weltmeister geglaubt hatte. Wer sich die schönsten Momente des Spiels noch einmal anschauen möchte, findet unten ein Video vom deutschen Sieg in Kapstadt.

Fotos: andystours, DarkPark, Randy OHC, warrenski, flowcomm, yosoynuts, girolame, DarkPark, andy_carter, coda, PD-KUNST., spamdangler, twicepix
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