Durban Special
Nach Johannesburg ist Durban die zweitgrößte Stadt Südafrikas. An der Ostküste gelegen, befindet sich die Metropole mit über drei Millionen Einwohnern direkt am Indischen Ozean. Neben dem Tourismus ist Durban auch ein wichtiger industrieller Standort Südafrikas und besitzt sogar den größten Hafen des afrikanischen Kontinents. Während sich östlich von Durban der indische Ozean erstreckt, kann man im Westen die berühmten Drakensberge erkennen, deren Gipfel eine Höhe von 3000 Metern locker überschreiten.
Das Klima in der Großstadt ist subtropisch. Heiße und feuchte Sommer sind typisch für Durban. Im Winter sinken die Temperaturen zwar ab, aber selbst im Juni oder Juli ist das Wetter mit durchschnittlich 10 Grad recht mild. Die Wassertemperatur des indischen Ozeans schwankt im Jahr zwischen 15 und 24 Grad.
Die Geschichte Durbans beginnt 1497. Zwar gibt es schon weit vor dieser Jahreszahl Spuren von ursprünglicher Bevölkerung in der Region, aber die Bucht, an der einmal die zweigrößte Stadt Südafrikas liegen soll, wurde von Vasco da Gama erst am 25. Dezember entdeckt. Vasco da Gama war damals auf der Suche nach einem Seeweg von Europa nach Indien, als er am ersten Weihnachtstag des Jahres 1497 den natürlichen Hafen an der afrikanischen Ostküste erblickte. Etwa 300 Jahre lang war Durban, das früher Port Natal genannt wurde, eine Sammelstelle für Kaufleute und Sklavenhändler. Erst im Jahr 1823 gründeten die Briten eine dauerhafte Siedlung unter der Leitung von Henry Fynn. Zwölf Jahre später war aus der Siedlung eine Stadt geworden, die zu Ehren des damaligen Gouverneurs Benjamin d’Urban, ihren heutigen Namen Durban bekam. Der Kolonialstatus machte Durban dann sehr schnell zu einer bedeutenden Hafenstadt und dadurch auch zu einem wichtigen Handelszentrum.
Die zweitgrößte Stadt in Südafrika hat eine relativ junge Bevölkerung. Etwa die Hälfte der Einwohner ist jünger als 24 Jahre alt. Neben der schwarzen Bevölkerung gibt es auch einen großen Anteil an Menschen mit indischer Abstammung. Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Briten Tausende indische Landarbeiter nach Durban gebracht. Die meisten Leute in der Stadt sprechen IsiZulu, eine bekannte Bantusprache in Südafrika. Daneben spricht auch ein großer Teil Englisch. Außerdem können noch weitere Bantusprachen in Durban wahrgenommen werden.
Für Touristen ist Durban ein attraktives Ziel einer Südafrikarundreise. Die Hauptgründe dafür sind sicherlich das angenehme Klima und die vielfältigen Unternehmungsmöglichkeiten, die sich nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch im Umland bieten. Die Anreise nach Durban kann über verschiedene Wege erfolgen. Der seit Mai 2010 in Betrieb genommene Flughafen „King Shaka International Airport“ bietet etliche Ziele im Inland an. Flüge nach Johannesburg oder Kapstadt gibt es nahezu täglich. Auch einige internationale Verbindungen mit Destinationen wie etwa Dubai bedient der Airport. Als traditionelle Hafenstadt bietet Durban auch ein paar Schiffsverbindungen an. Ein Passagierschiff verkehrt beispielsweise zwischen Durban und Maputo in Mosambik.
Mit dem Zug lässt sich Durban ebenfalls gut erreichen. Die staatliche Eisenbahngesellschaft „Transnet Freight Rail“ betreibt eine Verbindung zwischen Durban und Johannesburg. Auch eine Strecke zwischen Durban und Kapstadt ist vorhanden. Viele Fernverkehrszüge verkehren unter dem Namen “Shosholoza Meyl“. Selbstverständlich fahren auch die klassischen Touristenzüge Südafrikas berühmte Hafenstadt an. Mehr zum Thema „Zugreisen in Südafrika“ gibt es hier.
Auch straßentechnisch ist Durban sehr gut vernetzt. Die großen Autobahnen N2 und N3 führen von Durban Richtung Port Elizabeth im Süden sowie Johannesburg im Norden des Landes. Darüber hinaus gibt es ein großes Netz an Bundesstraßen, die eine unkomplizierte Fahrt in die Vororte und ins Hinterland von Durban möglich machen. Wer nicht mit dem Zug fahren möchte oder ungern fliegt, kann auch einen Langstreckenbus nutzen, der genauso wie Flugzeug oder Eisenbahn die wichtigsten Großstädte Südafrikas anfährt. In der Stadt selbst gibt es ein Metrorailsystem, das vergleichbar mit der deutschen S-Bahn ist. Auch Busse verkehren im öffentlichen Nahverkehr. Als touristische Attraktion gelten die speziellen Zulu-Rikschas, die Besucher von einem Hotspot zum nächsten befördern.
Durban hat viele kulturelle Sehenswürdigkeiten zu bieten. Ein absolutes Muss ist die „Golden Mile“ der Hafenstadt. Die Vergnügungsmeile gehört zu den längsten in ganz Südafrika. Dort findet man neben Hotels und Bars auch viele Sport- und Freizeitangebote. Jede Menge Action ist also garantiert. Insbesondere Sportbegeisterte werden auf der "Golden Mile" auf ihre Kosten kommen, denn mit Wellenreiten und Kitesurfen gibt es eine attraktive Palette an sportlichen Betätigungsoptionen. Shoppen ist natürlich auch in Durban Gang und Gäbe. Nicht umsonst steht deshalb auch das größte Einkaufszentrum Afrikas in Durban. Wer die indischen Einflüsse der ehemaligen Kolonialstadt entdecken will, sollte sich den Indian Market anschauen. Gewürze, Früchte, Schmuck und noch viel mehr warten auf den Marktbesucher an der Victoria Street. Traditionelle afrikanische Kunst zu erschwinglichen Preisen gibt es im African Arts Centre. Von Holzschnitzereien bis hin zu einer gewaltigen Auswahl an Körben und Stoffen überrascht das African Arts Centre mit großartiger Handarbeit.
Wer Lust auf Geschichte hat, sollte einen Blick in die Juma Moschee wagen. Das muslimische Gotteshaus ist das größte südlich des Äquators. Beim Betreten sollte man auf die Kleidervorschriften achten. Eine Führung durch das religiöse Gebäude ist empfehlenswert. Neben der Moschee gibt es auch einige sehenswerte Museen in Durban. Zu nennen wäre hier das „Campbell Museum“, welches viel über die Völkerkunde Afrikas zu berichten weiß. Das „KwaMuhle Museum“ thematisiert die Geschichte der Apartheid, während das „Local History Museum“ sich der lokalen Geschichte Durbans widmet.
Süßes gibt es im „Sugar Terminal“, einem der größten Zuckerumschlagsanlagen der Welt. Millionen Tonnen Rohzucker lagern im Terminal, die dann in die gesamte Welt verschifft werden. Der Botanische Garten in Durban ist auch einen Abstecher wert. Insbesondere für Leute, die gerade auf der „Golden Mile“ waren und jetzt etwas Ruhe suchen, werden sich in dem wunderschönen Park wohlfühlen. Auf Orchideenfreunde wartet im Botanischen Garten ein besonderes Highlight. Denn im Orchideenhaus gibt es viele hundert Orchideenarten zu sehen.
Auch im Umland von Durban gibt es eine Menge Sehenswürdigkeiten. Hier ist insbesondere die überaus reizvolle Naturlandschaft zu nennen. Lange Sandstrände an der Küste oberhalb und unterhalb von Durban ziehen vor allen Dingen Wassersportler an. Von Forellenfischen bis zum Tiefseetauchen reichen hier die Möglichkeiten. Wer es zwar sportlich mag, aber eher das Festland bevorzugt, der kann einen der vielen kleinen Naturparks rund um Durban besuchen. Fahrradabenteurer kommen bei aufregenden Mountainbikestrecken auf Touren. Die ruhigeren Gemüter genießen dagegen die herrliche Flora und Fauna. Tolle Landschaften entdeckt man bei einer Tagestour zu den Drakensbergen. Das höchste Gebirge Südafrikas hat zahlreiche Schluchten, Höhlen und Überhänge. Um es allerdings in seiner gesamten Vielfalt zu erleben, empfiehlt sich ein längerer Aufenthalt.
Bei der Weltmeisterschaft 2011 fanden natürlich auch im Moses-Mabhida-Stadion in Durban ein paar wichtige Spiele statt. Für die deutsche Nationalmannschaft war Durban ein erfolgreicher Auftakt und ein bitteres Ende zugleich. Mit einem fulminanten 4:0 Erfolg gegen die australische Auswahl sorgten die Spieler um Jogi Löw für einen gelungenen Start in das Turnier. Nach weiteren tollen Spielen war dann das Ende umso schmerzhafter, als die deutsche Nationalmannschaft erneut in Durban antreten musste. Gegen den späteren Weltmeister Spanien verlor die Mannschaft enttäuschend mit 0:1. Wer sich die beiden Spiele in Durban noch einmal zusammenfassend anschauen möchte, klickt einfach unten auf das jeweilige Video. Ein Teil des Moses-Mabhida-Stadion wurde übrigens in Deutschland gebaut. Der 2700 Tonnen schwere Stahlbogen, der in 104 Metern Höhe das Stadion umspannt, wurde bei der Firma Eiffel Deutschland Stahltechnologie in Hannover hergestellt und dann in Einzelteilen mit dem Schiff nach Durban transportiert. Besucher des Stadions haben die Möglichkeit, mit einer Seilbahn zum Scheitelpunkt des Stahlbogens zu fahren. Dort befindet sich eine Aussichtsplattform, die einen ausgezeichneten Blick über Durban bietet.
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